Management Summary
Portale als Instrument der Logistik-Integration
Moderne Portal-Lösungen eröffnen
europäischer Logistik-Branche enorme Potenziale
  • Europäischer Logistik-Markt wächst dynamisch
  • Kundenanforderungen an Logistik-Dienstleister steigen
  • Management von Logistik-Ketten gewinnt an Bedeutung
Die Logistik gilt als eine der Zukunftsbranchen schlechthin. Globalisierung, immer modernere Informations- und Kommunikationstechnik, zunehmende Internet-Verbreitung sowie neue Unternehmens- und Produktionskonzepte eröffnen der Logistik-Branche in Europa neue Perspektiven. Groß aber sind auch die Herausforderungen. Die zunehmende Digitalisierung der Geschäftsprozesse verändert den logistischen Ablauf drastisch. Die paneuropäische Kundenorientierung führt zu neuen Geschäftsfeldern sowie Beschaffungs- und Verteilungsstrategien. Der trend zur Fremdvergabe von Logistik-Leistungen steigt, Logistik-Integratoren gewinnen an Bedeutung. Sie werden durch neuar-tige Logistik-Portale unterstützt, die die Vernetzung verschiedener Logistik-Lösungen ge-währleisten und das Management der gesamten logistischen Kette gestatten. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse der neuen Studie „Portale als Instrument der Logistik-Integration“ der PASS Consulting Group.
Die europäische Logistik-Branche bleibt auf Wachstumskurs. Wenngleich die allgemeine Konjunkturflaute im transportvolumen einen Rückgang von acht bis 14 Prozent bewirkt, verzeichnen höherwertige Logistik-Segmente wie Planung und Steuerung von Prozessen, transportoptimierung oder Workflow Management zum Teil zweistellige Zuwachsraten. Entsprechend optimistisch sind die Wachstumsprognosen der Marktauguren. Sie prophe-zeien dem europäischen Markt für Logistik-Dienste für das Jahr 2005 ein Volumen von rund 613 Milliarden Euro – nach 425 Milliarden Euro im Jahr 2002. Auf rund 54 Milliarden Euro wird bis 2005 das Outsourcen von Logistik-Leistungen, speziell von IT-Diensten, transportausrüstung und Distribution, ansteigen. Damit wird dieser Bereich eine jährliche Wachstumsrate von rund 13 Prozent erzielen. Die im Rahmen dieser Studie vorgenom-mene Analyse der Logistik-Märkte in der europäischen Union und in den Beitrittskandida-ten bestätigt diese Ergebnisse.
Nachhaltiger Wandel
Die Verbreitung des elektronischen Geschäfts nimmt weiter zu und bewirkt einen grundle-genden Wandel im Ablauf der logistischen Kette. Das Bestellen per Mausklick in Online-Shops oder auf elektronischen Marktplätzen macht den bislang praktizierten „Supply Push“, sprich: die Vorausplanung der Logistik-Ketten seitens der Hersteller, obsolet. An seine Stelle tritt der „Demand Pull“, sprich: eine nachfrage- bzw. kundengetriebene Kette. Sie erhöht die Planungskomplexität deutlich, erfordert neue Strukturen in der Distributionslogistik und forciert die Fremdvergabe von Logistik-Leistungen. „traditionell interne Leistungen wie Lagerung, transportplanung, Kommissionierung oder Distribution werden in Zukunft immer mehr aus den Unternehmen herausgenommen“, erklärt Dr. Olivier Podevins, Logistik Experte bei der PASS Consulting Group. „Damit wird die gesamte Wertschöpfungskette zunehmend von selbständigen Logistik-Dienstleistern gesteuert.“ So hat beispielsweise die Deutsche Telekom für zwölf Jahre dem Logistik Service Provider Danzas ihre gesamte Logistik-Abwicklung übertragen. Dies reicht von der Lagerung und Lagerhaltung über die Distribution und weitere logistikunterstützende und administrative Aktivitäten bis hin zur Müllentsorgung.
Die Konzentration der Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen bei gleichzeitig wachsen-den Erwartungen der Kunden in Punkto Schnelligkeit und Flexibilität in der gesamten Lo-gistik-Kette lassen die Anforderungen an die Logistik-Dienstleister weiter steigen. Neutra-le Logistik-Integratoren gewinnen an Bedeutung. Die Aufgabe der so genannten „Fourth Party Logistics“ (4PL), so zeigt die PASS-Studie auf, wird darin bestehen, Lieferanten, Hersteller und Kunden durch den Einsatz übergreifender Informations- und Kommunikati-onssysteme so miteinander zu verknüpfen, dass ein reibungsloser Wertschöpfungspro-zess entsteht. Als unabhängige Supply Chain Manager planen und steuern sie alle logisti-schen Aktivitäten. Gleichwohl sichern sie eine automatisierte und lückenlose Vernetzung des Informationsflusses. Noch existiert in Europa kein Logistik-Dienstleister, der den Sta-tus eines 4PL-Providers erreicht hat. Etliche Kandidaten aber sind auf dem Weg dorthin. Dazu gehören die luxemburgische Thiel Logistik, die Schweizer Central Station Group und die deutsche D.Logistics. „Fakt ist“, so Podevins, „dass sie in ihrer Funktion als neut-rale Integratoren unter den Gewinnern der Logistik-Branche sein werden.“
Vielfältiges Software-Angebot
Dieser trend bei den Logistik-Dienstleistern stellt neue Anforderungen an Logistik-Portal-Lösungen. Portale sind ein wichtiger Bestandteil der Logistik-Branche. Sie bewirken zum einen die Optimierung der Wertschöpfungsprozesse, zum anderen Kosteneffizienz durch die Nutzung von Outsourcing-Potenzialen. Darüber hinaus erhöhen sie den Nutzen durch ergänzende Dienstleistungen, da sie die Basis zur Integration von Funktionen (Lagerhal-tung, transport, IT-Dienste, Planung und Steuerung von der Produktion bis hin zur Distri-bution), von Know-how (Netzwerkoptimierung, Routenplanung, transportmanagement, Lagerführung und Supply Chain Management) sowie von geographischen Einheiten (Glo-balisierung der Beschaffungs- und Absatzstrategie) sind.
Entsprechend groß ist das Angebot an Logistik-Portalen. Es reicht von Speditionssoft-ware, betriebswirtschaftlicher Standardsoftware (ERP) und dedizierten Lösungen bis hin zu elektronischen Marktplätzen wie Frachtbörsen oder Informationsintermediären. trotz der Vielzahl an Lösungen aber, so arbeitet die PASS-Studie heraus, gibt es derzeit keine Software, die allen Facetten der Logistik gerecht wird. Die meisten Anbieter spezialisieren sich in der Funktionsabdeckung ihrer Produkte auf einzelne Logistik-Bereiche. Zudem sind Module, die einen zusätzlichen Mehrwert versprechen, bislang die Ausnahme. Dazu gehören beispielsweise das proaktive Event-Management zum Nachvollziehen und schnellen Reagieren auf Verzögerungen im Gesamtprozess oder Möglichkeiten zum Er-stellen von Stau- und Ladeplänen.
Neue Ansätze auf dem Vormarsch
Vor allem das Thema Supply Chain Management ist in vielen Portal-Lösungen noch weit-gehend unberücksichtigt. An einer Implementierung aber führt künftig kein Weg mehr vor-bei, wollen Logistik-Software-Anbieter auch künftig am Markt bestehen können. Gleich-wohl zeichnen sich neue Ansätze mit der Entwicklung von Plattformen ab, die auf das Management von Logistik-Ketten abzielen und jederzeit einen optimalen Überblick über alle notwendigen Informationen eines transportes gewährleisten können. Sie sind so kon-zipiert, dass an einer zentralen, neutralen Stelle Informationen aller Beteiligten am logisti-schen Prozess zusammenlaufen und ein übergeordnetes, systemübergreifendes Management sämtlicher Prozesse und Akteure ermöglichen. „Plattformen für die Integra-tion der unterschiedlichen Supply-Chain-Beteiligten sind eine echte Marktlücke“, konsta-tiert PASS-Berater Podevins. „Denn sie bieten dem Logistic Service Provider und dem Logistic Operator ein erhöhtes Optimierungspotenzial und schaffen für Kunden und Anbie-ter gleichermaßen eine höhere transparenz. Darüber hinaus dürften sie die Grundlage für die Ausübung einer 4PL-Position sein, da sie keine Inhouse-Lösungen sind und somit ein neues Betreibermodell erfordern.“
Für Marktneulinge lohnt sich der Einstieg. Erst wenige Anbieter versuchen sich in der Entwicklung solcher Plattformen. Der Konkurrenzkampf ist im Gegensatz zu Segmenten wie Speditionssoftware, dedizierter Software oder Frachtbörsen gering. Zudem ist der nötige Funktionsumfang verglichen vor allem mit den komplexen ERP-Lösungen relativ niedrig, so dass sich mit einem vertretbaren Aufwand eine sinnvolle Lösung entwickeln lässt. „Von allen Lösungskategorien“, so Podevins, „bietet diese Variante deshalb die bes-ten Marktchancen für ein neu zu entwickelndes Produkt.“
PASS Logistikportal setzt neue Maßstäbe
Auch die PASS Consulting Group engagiert sich in diesem Marktsegment. So bietet die Tochter PASS LogiConsult mit CSL.DB ein Produkt, das neben verschiedenen gängigen Funktionalitäten auch die Möglichkeit schafft, auf einer firmenübergreifenden Ebene eine vollständige logistische Kette zu modellieren und darzustellen.
 
 
 
   
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